Insektenhotels sind kleine Schutz- und Niststätten, die wichtigen Nützlingen wie Wildbienen, Marienkäfern, Florfliegen, Schmetterlingen und anderen Insekten im Garten helfen.
Sie dienen als Rückzugsort, Nistplatz und Überwinterungsmöglichkeit – auch in städtischen oder intensiv genutzten Gärten, in denen natürliche Lebensräume oft fehlen.

Mit der richtigen Auswahl wird ihr Insektenhotel zu einem echten Zuhause für nützliche Gartenbewohner - und Sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Wie erkenne ich ein gutes Insektenhotel?

Damit ein Insektenhotel seinen Zweck wirklich erfüllt, sollten folgende Punkte beachtet werden:

1. Materialwahl

  • Unbehandeltes Holz – ideal für Wildbienen, die Löcher in Holz nisten. Auf behandeltes Holz oder lackierte Oberflächen sollte verzichtet werden, da Chemikalien den Insekten schaden können.
  • Bambusröhrchen – bestens geeignet für solitär lebende Wildbienenarten, da sie gerne Röhren unterschiedlicher Durchmesser nutzen (2–10 mm).
  • Bambusröhrchen sollten mindestens 7.5 cm lang sein. Bedeutend besser sind 10 cm.
  • Schilfrohr – bietet besonders kleine Röhren für feine Wildbienenarten und Florfliegen.
  • Lehm und Ton – werden von Mauerbienen und einigen solitären Bienenarten bevorzugt, die sich in Lehmwänden oder Lehmkugeln einnisten.
  • Tannenzapfen, Rinde, Holzwolle – Rückzugsorte für Marienkäfer, Florfliegen oder Ohrwürmer.
  • Blätter und Stroh – dienen als Nistmaterial oder Überwinterungsquartier für verschiedene Kleininsekten.
2. Bauweise und Struktur
  • Verschiedene Röhrengrössen: Ein Mix aus kleinen und grösseren Röhren ermöglicht, dass viele Arten gleichzeitig Nistplätze finden.
  • Röhrchentiefe: Diese sollten mindestesn 7.5 cm sein. Bedeutdend besser sind 10 cm.
  • Trocken und geschützt: Ein gutes Insektenhotel hat ein überstehendes Dach oder eine Vorrichtung, die Nässe abhält. Feuchtigkeit kann Schimmel und Krankheiten verursachen.
  • Stabile Konstruktion: Das Hotel sollte wind- und wetterfest sein, sodass die Insekten im Inneren nicht gestört werden.
3. Standortwahl
  • Sonnig bis halbschattig, möglichst windgeschützt und nicht zu feucht.
  • Vor Regen und Tau geschützt aufhängen oder aufstellen.
  • Nicht zu nah am Boden, um Fressfeinde wie Ameisen zu reduzieren.
4. Qualitätsunterschiede beachten

Nicht jedes Angebot erfüllt diese Anforderungen. Billige Füller sind Ziegelsteine und Tannenzapfen. Diese sind eher für Ohrwürmer, Käfer und Spinnentiere geeignet.
Günstige Produkte sehen oft hübsch aus, sind aber häufig aus behandelten Hölzern, Kunststoff oder ungeeignetem Material gefertigt.
Sie können dadurch mehr schaden als nützen: Insekten finden keinen Schutz, Krankheiten verbreiten sich, und das Hotel wird unbewohnt bleiben.
Oder noch schlimmer. Es wird benutzt und die Brut stirbt dann ab.

Häufig sind:
  • Röhrchen zu kurz oder aus Plastik
  • Holz chemisch behandelt oder lackiert
  • Materialien ungeeignet oder feuchtigkeitsanfällig
  • Unstabil gebaut (getackert)

Zusätzliche Tipps:
  • Röhrchen und Nistmaterial regelmässig kontrollieren, verschmutzte Teile entfernen.
  • Hotel im Frühjahr aufhängen, damit Wildbienen die Nistplätze früh nutzen können.
  • Nicht jedes Material für jede Art geeignet – Vielfalt ist entscheidend, damit mehrere Arten gleichzeitig profitieren
Gut geeignet für ein Bienen- und Insektenhotel sind folgende Materialien:
 
Material / Struktur Geeignete Insekten Tipps & Hinweise
Unbehandeltes Holz (Lochholz) Wildbienen (z. B. Mauerbienen, Maskenbienen) Löcher sauber gebohrt, 2–10 mm Durchmesser, Holz trocken halten
Bambusröhrchen Solitärbienen, Florfliegen Verschiedene Durchmesser anbieten, Röhrchen nicht aus Plastik
Schilfrohr Kleine Wildbienenarten, Florfliegen Bündel fest zusammenbinden, Enden geschlossen oder glatt schneiden
Lehm / Ton Mauerbienen, Lehmwespen Feuchte Lehmwände oder Lehmkugeln, sonniger Standort, trocken halten
Kleine Holzkästen / Käfige Schmetterlinge, Ohrwürmer Geschützte Nischen, überdacht, nicht zu exponiert
Holunderstängel Kleine Wildbienen, Florfliegen Weiches Mark im Kern, Stängel trocken lagern, Enden sauber abschneiden
Himbeer- / Brombeerstängel Kleine Wildbienen Weiches Mark nutzen, nach Trocknung vor Nässe schützen
Staudenstängel (Astern, Sonnenhut) Kleine Wildbienen, Florfliegen Nach Trocknung geeignet, Kern weich, Enden glatt schneiden
Rohrkolben (Typha) Verschiedene Wildbienenarten Stängel zuschneiden, trocken lagern, Nässe vermeiden

Gut geeignet für Spinnentiere, Käfer und Ohrwürmer sind folgende Materialien:
 
Material / Struktur Geeignete Insekten Tipps & Hinweise
Tannenzapfen, Rinde, Holzwolle Marienkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer Rückzugsmöglichkeiten bieten, locker gefüllt, nicht zu nass
Blätter & Stroh Verschiedene Kleininsekten, Ohrwürmer, Überwinterer Locker einfüllen, vor Regen geschützt, im Winter prüfen